Tschüss Bremen – Hallo Europa!

Das Erasmus-Programm

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Von Jahr zu Jahr gehen immer mehr Studierende für ein oder mehrere Semester ins Ausland. Eine sehr beliebte Möglichkeit ist dafür das Erasmus-Programm. Gefördert durch die Europäische Union, bietet es Studierenden einen möglichst kostengünstigen und unkomplizierten Aufenthalt an einer europäischen Partneruniversität.

Europa entdecken

1987 entstand das Mobilitätsprogramm Erasmus nach Beschluss des Rats der Europäischen Union. Seitdem haben Studierende innerhalb der Europäischen Union die Chance, während ihres Studiums eine Zeit lang an einer ausländischen Universität zu studieren. Waren es damals noch 3000 Studierende, nutzten 2012-2013 rund 270.000 EU-BürgerInnen die Möglichkeit des Auslandsaufenthaltes. Alle 28 Mitgliedstaaten der Union sowie Norwegen, Island, Liechtenstein und die Türkei stehen als Zielländer zur Verfügung. Während jedes Studienabschnitts, also während des Bachelor- und Master-Studiums und als Doktorand kann man jeweils bis zu zwölf Monaten am Programm teilnehmen. Mit seinem Namen erinnert das Programm an den europäischen Humanisten Erasmus von Rotterdam. Gleichzeitig handelt es sich um ein Akronym von European community action scheme for the mobility of university students.

Unterstützungsmöglichkeiten

Die Rahmenbedingungen sind vom Programm gesetzt, die Details liegen bei den Hochschulen. Vorab ist es also als Studierender der Uni Bremen notwendig zu klären, mit welchen Hochschulen Kooperationsverträge vorliegen. Gegliedert nach Fachbereichen und Studienfächern, finden sich aktuelle Informationen zu der Anzahl der jeweiligen Plätze auf den Seiten des „International Office“. Ist die Entscheidung getroffen, wohin es gehen soll, heißt es: Bewerbungen schreiben. Diese gehen an die ausgeschriebene zuständige Person im jeweiligen Studiengang, die auch über die Platzverteilung entscheidet. Die Teilnahmebedingungen sind für alle gleich: eine Immatrikulation an der Uni Bremen und mindestens ein abgeschlossenes Studienjahr vor Antritt des Aufenthaltes, Kenntnisse der Unterrichtssprache auf dem Niveau B2 und wenn möglich Grundkenntnisse der Landessprache. Abhängig vom jeweiligen Studiengang sind dann die weiteren benötigten Bewerbungsunterlagen einzureichen: dazu zählen Motivationsschreiben und Leistungsbescheinigungen. Sobald eine Zusage für einen Platz vorliegt, sind noch einige Formalitäten zu erledigen und Fristen einzuhalten. So müssen Studierende, die auf Englisch, Französisch oder Spanisch studieren, zum Beispiel vorab online einen Sprachtest absolvieren, der in die Statistiken des Erasmus-Programms aufgenommen wird. Weiterhin empfiehlt es sich auch, bereits vor Abreise das sogenannte „Learning Agreement“ auszufüllen und sich zu über legen, welche Kurse man im Ausland belegen möchte und ggf. welche Kurse sie im Curriculum an der Heimatuni ersetzen müssen. Das alles erfolgt über das Portal „Mobility-Online“. Dies wird aber Schritt für Schritt vom International Office begleitet und auch die nötigen Informationen werden bereitgestellt. Dazu lohnt es sich auch, die im Sommer stattfindende Info-Veranstaltung zu besuchen und etwaige Fragen zu klären. Kurz bevor es ernst wird, wird dann auch die Reisekasse aufgefüllt: die erste Rate des Mobilitätszuschuss wird ausbezahlt. Abhängig von der Länderkategorie erhalten Studierende im Erasmus- Programm eine monatliche Unterstützung zwischen 150€ und 250€. Die ersten 70% werden vor Antritt des Aufenthaltes ausbezahlt, der Rest nach erfolgreicher Beendigung des Auslandsstudiums. Sobald die Zeit im Ausland begonnen hat und die Kursauswahl eingereicht ist, ist die Arbeit der Uni Bremen zunächst erst einmal getan. Bis zur Rückkehr: Dann wird es Zeit, seine Aufenthaltsbestätigung einzureichen und sich die Kurse anrechnen zu lassen, die an der Partnerhochschule belegt wurden.

Erasmus+ – Mehr als nur Studieren

Möglichkeiten ins Ausland zu gehen, gibt es viele. Das Erasmus-Programm zeichnet sich vor allem durch seine finanzielle Unterstützung und eine gute Organisation aus. Seit 2014 ist das Austausch-Programm für europäische Studierende mit anderen Auslandsprogrammen der EU zu Erasmus+ verschmolzen. Dazu zählen zum Beispiel Auslandspraktika im Rahmen des Studiums von bis zu zwölf Monaten. Auch hier findet eine finanzielle Förderung statt.
Also, man sieht sich in Europa!


Der „typische“ Erasmus-Student ist …

… im Grunde genommen eine Studentin, denn 61% aller Teilnehmenden sind weiblich

… 22 Jahre alt

… im Bachelor-Studium

… bleibt für sechs Monate im Ausland


Grafik: Ulrike Bausch / Zahlen: Europäische Kommission

Dieser Text ist zuerst im ScheinWerfer im Sommer 2015 erschienen.

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